Mit dem Auto in den Niederlanden

Als Deutscher verzichtet man ungerne auf das Auto. Das kennen wir alle. Doch wer überlegt sein Kraftfahrzeug mit in die Niederlande zu nehmen, sollte sich dies eventuell zweimal überlegen. Leeuwarden (Friesland) ist keine Stadt der Autofahrer. Hier herrschen Fahrräder über den Verkehr auf den Straßen. Ein Tag unterwegs im Auto bietet immer effektives Training für Nacken als auch Wadenmuskulatur, durch das ständige Wechselspiel aus hektischem links-rechts Schauen und anspruchsvollen last-minute Bremsmanövern. Das Motto in Leeuwarden lautet: Vertraue niemandem. Geblinkt wird erst nachdem der Abbiegevorgang beendet ist. Parken kannst du woanders. Und Fahrradfahrer sind immer im Recht.

Mit der Zeit gewöhnt man sich an die friesische Fahrweise, doch woran man sich hier nicht gewöhnen kann sind die horrenden Strafzettelpreise. Ohne Anwohnerparkausweis darf man hier nur auf kostenpflichtigen Plätzen stehen oder kostenlos auf den 2h begrenzten, blau-gestreiften Parklücken (mit Parkuhr). Nicht geparkt werden darf neben schwarzweißen und gelben Bordsteinen. Die Suche nach einem Parkplatz wäre ja nicht schwierig genug an sich, ein kleiner Fehler kann dich richtig kosten. Die Parkuhr vergessen zu befüllen? 60€. Länger als 2 Stunden auf einem blauen Parkplatz gestanden? 99€. Kurz bei einem Anwohner geparkt? 99€. Wer es mal richtig krachen lassen möchte, kann sich mal ohne Ausweis auf einen Behindertenparkplatz stellen, das kostet dann auch nur schlappe 370€. Wer trotzdem hier mit seinem Auto leben und/oder studieren möchte, sollte sich überlegen beim örtlichen Amt eine Parklizenz zulegen mithilfe der persönlich zugewiesenen BSN Nummer. Kosten: 60€ pro Monat.

Nicht zu vergessen, nicht nur Falschparken ist teuer in den Niederlanden. Alle Strafen sind teuer. Innerorts mit 10km/h zu schnell unterwegs? 70€. Auf der Autobahn geblitzt mit 20km/h über der Geschwindigkeitsbegrenzung? 112€. Außerdem kostet Handy am Steuer, unerlaubt rechts überholen, und über rot fahren jeweils 230€ in den Niederlanden. Also aufgepasst.

Bester Tipp: Legt euch ein Fahrrad zu. Ansonsten wünschen wir allen eine gute, angenehme und sichere Fahrt weiterhin und seid auf der Hut. Auch wenn 130km/h nervt, hier fährt eh keiner schnell und der Verkehr lässt selten höhere Reisegeschwindigkeiten zu.

Also merke: Augen auf im niederländischen Straßenverkehr, ein volles Konto wird hier schnell leer.

von Kaspar

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